
Nachdem wir die wichtigsten Trends der Feinmechanik für 2026 in einem unserer vorherigen Artikel analysiert haben, haben wir uns entschieden, einige zentrale Themen zu vertiefen und sie in die operative Realität einzubringen.
Wir haben dies getan, indem wir das MABO-Management einbezogen und Überlegungen und Ansichten gesammelt haben, die auf dem Gebiet gereift sind. Ein direkter Vergleich, der es ermöglicht, die Entwicklung des Sektors durch Erfahrung, Methode und industrielle Vision zu lesen.
In den nächsten Artikeln – jeden Monat – werden wir eine operativere Interpretation der Trends erkunden, indem wir industrielle Erfahrung, Methode und Vision in den Mittelpunkt stellen.
Aber beginnen wir mit dem ersten: HIgh-Speed Machine.
Im Bereich der Feinmechanik ist die Erhöhung der Bearbeitungsgeschwindigkeiten einer der wichtigsten technologischen Treiber. Werkzeugmaschinen entwickeln sich weiter, die Zyklen werden kürzer, die Leistungen steigen. Doch angesichts dieser Beschleunigung bleibt die wahre Herausforderung unverändert: mikrometrische Toleranzen bei gleichzeitiger Prozessstabilität und -kontrolle beizubehalten.
Hier spielt sich heute der industrielle Wert ab.
Geschwindigkeit und Kontrolle: ein Gleichgewicht, das es zu schaffen gilt
Bei der High-Speed Machining geht es nicht nur um höhere Spindeldrehzahlen oder -umdrehungen. Es ist ein Paradigmenwechsel, der das gesamte Produktionssystem betrifft.
In diesem Zusammenhang haben wir Samuele Bonaccini, den CEO von MABO, gefragt:
„Die Erhöhung der Bearbeitungsgeschwindigkeiten ist heute einer der wichtigsten technologischen Treiber: Wie kann man mikrometrische Toleranzen einhalten, ohne die Stabilität des Prozesses zu beeinträchtigen?“
„Werkzeugmaschinen vereinen heute Mechanik, Elektronik und Software, um auch bei hohen Geschwindigkeiten Präzision zu gewährleisten.
Strengere Strukturen, thermische Kompensationen und fortschrittliche CNC-Steuerungen sorgen für schnelle, aber stabile Prozesse.
Dies erfordert jedoch neue Fähigkeiten: Bediener und Techniker müssen in der Lage sein, Daten zu lesen, die Mechatronik zu verstehen und den Prozess umfassender zu managen.“
Geschwindigkeit ist also kein isolierter Faktor mehr, sondern das Ergebnis eines integrierten Systems, in dem Technologie und Know-how zusammenarbeiten.
Die Maschine entwickelt sich weiter, aber auch die Rolle der Menschen, die immer komplexere Prozesse interpretieren und steuern müssen.
Produktionsorganisation: der wahre Auslöser
Wenn man mit hoher Geschwindigkeit arbeitet, bedeutet das auch eine drastische Reduzierung der Fehlermargen. In diesem Zusammenhang wird die interne Organisation zu einem strategischen, nicht mehr nur operativen Element.
Wir haben diesen Aspekt mit einer zweiten Frage vertieft:
„Welche Aspekte der produktiven Organisation werden entscheidend, wenn man mit immer höheren Regimen arbeitet?“
„Wir brauchen eine deutlich schlankere Organisation: schnelle Einbauten, standardisierte Ausrüstung und präzise CAM/CNC-Programmierung.
Bei diesen Geschwindigkeiten werden die Fehlermargen kleiner, daher sind kontinuierliche Überwachung und zuverlässige Messsysteme unverzichtbar.“
Es ergeben sich drei zentrale Elemente:
– Standardisierung, um Schwankungen und Zeitaufwand zu reduzieren
– Präzision in der Programmierung, um Fehler im Vorfeld zu vermeiden
– konstante Kontrolle, um die Stabilität während des gesamten Zyklus zu gewährleisten
Anders ausgedrückt: Geschwindigkeit wird nicht nur im Auto, sondern in der gesamten Produktionskette gesteuert.
Produktivität und Qualität: ein falscher Kompromiss
Eines der häufigsten Themen in der Branche ist das Verhältnis zwischen Produktivität und Qualität. Oft als Gegensätze wahrgenommen, müssen heute notwendigerweise nebeneinander existieren.
Wir haben also gefragt:
„Wo ist in Ihrem Ansatz das wahre Gleichgewicht zwischen Produktivität und Qualitätskontrolle?“
„Für uns ist es keine Wahl zwischen ‚Geschwindigkeit‘ oder ‚Qualität‘: sie müssen zusammen gehen.
Produktivität bedeutet, besser zu laufen, nicht schneller.
Wenn man Daten, Know-how und Technologie in den Mittelpunkt stellt, hat man schnelle Prozesse im Griff.“
Diese Sichtweise stellt das traditionelle Paradigma völlig um.
Produktivität hängt nicht mehr nur von der Geschwindigkeit ab, sondern von der Qualität des gesamten Prozesses.
Eine neue Idee der fortschrittlichen Fertigung
Das Gleichgewicht zwischen Geschwindigkeit und Präzision ist kein Endpunkt, sondern ein System, das jeden Tag aufgebaut wird.
Es erfordert zwar technologische Investitionen, aber vor allem Methoden, Fähigkeiten und Kontrollmöglichkeiten.
Für Unternehmen wie MABO bedeutet dies einen klaren Ansatz: die Integration von Daten, Menschen und Technologie, um immer leistungsfähigere Prozesse zu gewährleisten, ohne dabei das wirklich Wichtige aus den Augen zu verlieren – die Qualität. Denn in der fortgeschrittenen Fertigung reicht es nicht, zu rennen.
Man muss genau wissen, wie.

